Logopädie

Sprache ist
unser wichtigstes
Kommunikationsmittel



Logopädie

Wozu gibt es die Logopädie?

Sprache ist unser wichtigstes Werkzeug im Umgang mit anderen Menschen. Wir brauchen sie täglich, um anderen mitzuteilen, was wir denken und fühlen. Kinder und Erwachsene mit Sprach-, Sprech- oder Stimmstörungen können sich anderen gegenüber nur schwer verständlich machen. Sie sind dadurch häufig sozial isoliert und haben Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Auch Erfolg in Schule, Ausbildung und Beruf hängen davon ab, sich verständlich ausdrücken zu können. Deshalb gibt es die Logopädie. Sie hilft Menschen dabei, eine bestmögliche Kommunikationsfähigkeit zu erreichen, damit sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ihre Ziele verwirklichen können.

Was wird behandelt?

  • Fehlerhafte Aussprache/Lautbildung bei Kindern
  • Die Dyslalie umfasst Sprech- und Artikulationsfehler wie die Ersetzung von Lauten (z.B.„Tamel“ statt Kamel), das Auslassen von Lauten („Bot“ statt Brot) und die Verzerrung von Lauten (z.B. Lispeln).

  • Verzögerte Sprachentwicklung bei Kindern
  • Typisch sind Schwierigkeiten im Umgang mit Präpositionen (auf, unter, neben, vor), Adjektiven (dick, groß, blau), Pluralformen (Haus-Häuser) und Artikeln (der, die, das). Darüber hinaus sind häufig Unsi­cherheiten im Wortschatz und/oder im Sprachverständnis und in der Satzbildung beobachtbar.

  • Störungen des Redeflusses wie Stottern, Poltern
  • Redeflussstörungen treten meist periodisch schwankend auf und sind an unterschiedlich ausgepräg­ten Wiederholungen, Dehnungen oder Blockaden von Laut-, Wort- oder Satzteilen erkennbar. Hinzu kommen zumeist Körper- und Gesichtsanspannungen, die den Betroffenen ein entspanntes Kommu­nizieren erschweren. Beim Poltern zeigt sich ein meist recht schnelles, unstetes Sprechen, welches durch unverständliche Phrasen geprägt ist. Oft sind auch Anteile enthalten, die für das Stottern typisch sind. Meist fällt es dem Zuhörer schwer, den Erzählungen zu folgen.

  • Sprachprobleme bei Mehrsprachigkeit
  • Das Aufwachsen in einer mehrsprachigen Umgebung bietet für Kinder eine große Chance. Es stellt aber auch be­sondere Anforderungen an den Spracherwerb, denn die Kinder müssen mit verschiede­nen sprachli­chen Regeln (z.B. unterschiedlicher Satzbau) zurechtkommen. Auch die Anforderungen an das Umfeld sind hoch, denn die Kinder benötigen in beiden Sprachen sichere Sprachvorbilder und ausreichend „Übungsgelegenheiten“ . Wenn zweisprachig aufwachsende Kinder eine Sprache besser beherrschen als die andere, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Behandlungsbedarf besteht aber dann, wenn das Kind in beiden Sprachen Auffälligkeiten zeigt bzw. die sprachlichen Fähigkeiten in bei­den Sprachen deutlich hinter denen gleichaltriger Kindern zurückliegen. Typische Anzeichen sind hier Fehler in der Satzbildung, ein geringerer Wortschatz, häufige Suche nach den passenden Wörtern und allgemein eine schwer nachvollziehbare Erzählweise. Auch fehlen oft die beschreibenden Anteile der Sprache (warm, kalt, laut, etc.). Hier ist ein möglichst frühes Einschreiten nötig, denn diese Defizi­te sind später nur schwer aufzuholen und können die gesamte weitere Entwicklung in Schule und Be­ruf erheblich beeinträchtigen.

  • Stimmstörungen, z.B. rauhe, heisere Stimme
  • Durch Überlastungen, Fehlhaltungen, Operationen, Fehlspannungen und durch psychische Aspekte kann es passieren, dass unsere Stimme nicht mehr als verlässliches Mittel zum Austausch mitspielt. Es kommt zu Stimmveränderungen, wie Heiserkeit, Stimmabbrüchen, verhauchter Sprechweise, „knar­render“ Stimme usw.

  • Neurologisch bedingte Sprach- und Sprechstörungen
  • Z.B. nach Schlaganfall, Unfall, Schädel-Hirn-Traumen. Hierunter fallen sehr unterschiedliche Symptome, die von Wortfindungsstörungen, Wortabrufschwie­rigkeiten, Sprachverständniseinbußen bis hin zu vollständigem Sprachverlust reichen. Die Betroffenen leiden erheblich unter diesen Störungen, denn sie können sich nicht mehr verständlich mitteilen und die alltägliche Kommunikation mit nahestehenden Menschen gelingt nicht mehr oder nicht mehr wie gewohnt.

  • Fehlspannungen der Gesichts- und Mundmuskulatur
  • Unsere Kau- und Zungen-Mund-Muskulatur muss im Gleichgewicht zueinander sein, um den alltäglichen Anforderungen (Schlucken, Kauen, Sprechen) entsprechen zu können. Durch bestimmte Ange­wohnheiten (Schnuller tragen, Daumenlutschen etc.) oder körperliche Faktoren ( häufige Infekte der oberen Atemwege, Verletzungen, etc.) in der Entwicklung kann ein Ungleichgewicht entstehen. Sicht­bar wird dies z.B. durch einen häufig fehlenden Mundschluss, einen Zungenvorstoß beim Schlucken, eine schlaffe am Mundboden liegende Zunge oder einen vermehrtem Speichelfluss. Hinzu kommen in der Folge häufig Zahnfehlstellungen. Deshalb sind es oft Kieferorthopäden, die auf Störungen in die­sem Bereich aufmerksam machen.

Wie wird behandelt?

Am Anfang jeder Therapie steht eine ausführliche Erstuntersuchung. Durch Fragen und Tests stelle ich fest, »wo der Schuh drückt« und wie ich Ihnen oder Ihrem Kind am besten helfen kann. Die eigentliche Therapie ist individuell sehr verschieden und kann z.B. aus therapeutischen Gesprächen, Übungen und Spielen bestehen.